Wie stehst du zum Naschen? Ist dein Kind arm, wenn es nichts bekommt oder ist das normal?

Gesund Naschen? Gibt’s das?

Spätestens wenn die Kleinen Interesse an dem zeigen was wir essen, wirds spannend.

Ab wann soll mein Kind naschen? Soll es das überhaupt? Was ist gut und was schon zu viel?

Meine Töchter haben mit ca. 3 Jahren süßes bekommen. Davor dachte ich – wozu etwas geben, wonach sie nicht fragen? Etwas, was in Grunde für den nicht ausgereiften Darm (TCM) auch noch nicht sooo ratsam ist. Also wozu. Ich wollte sowieso von Anfang an keine Emotionen an das Essen binden, es nicht verknüpfen, also war das die Beste Gelegenheit. Es nicht anbieten und wenn sie fragen, es kommentarlos einbauen.

Was ich immer sehr spannend fand waren die Reaktionen auf meine Entscheidungen. Das “meine Güte die armen, ihnen fehlt das doch”, bis hin zu “ich würde ja so gern aber die Mama erlaubt es einfach nicht” oder “wieso willst du ihnen nicht was gönnen” usw. Es ruft extrem viel Emotionen hervor – ein sogenanntes “Triggerthema”. Da gibt es unzählige – sogar der Thermomix gehört dazu – aber das ist eine andere Geschichte 🙂

Seit Jahren mache ich für mich Sozialstudien – mich interessiert das menschliche Verhalten extrem. Warum reagiert man so und was interpretiert man in Essen alles rein. Wie entstehen Muster und vor allem – wie kann ich sie wieder auflösen!

Bei meinen Töchtern konnte ich das super beobachten, anhand der Reaktionen – aber auch in dem Forum, in dem ich als Administratorin tätig war (Zwillingsforum), war es super spannend das Verhalten zu beobachten und reflektieren. Natürlich dann auch in der Familie bei Bekannten, Schule etc. ein sehr unterschätztes Thema meiner Meinung nach. Dafür bietet das Thema extrem viele Lösungen, die oft ineinander greifen mit anderen Verhaltensmustern.

Wie meine also 3 Jahre alt waren und sie begonnen haben sich aktiv dafür zu interessieren habe ich es einfach in unseren Speiseplan eingebaut. Ich habe auf die Qualität geachtet, dann war auch die Menge ok. Industriezucker gabs nicht. Meine waren nicht arm, wenn sie es nicht bekommen haben und wir waren auch nicht super streng oder “gönnten” uns nichts. Es war einfach keine Emotion damit verbunden und wenn man es nicht anbietet, wird es auch nicht zum Thema.

Dafür war man immer wieder überrascht, wenn meine einfach so süßes gegessen haben. Ganz ohne “aber vorher das Gemüse” oder “wenn du brav xy machst” .. sondern einfach so. Ich finde es für ein gutes Körpergefühl wichtig, aus der Nachspeise keine Götterspeise zu machen, sondern sie einfach als Nachspeise zu behandeln. oder als Zwischenspeise oder wie auch immer, Hauptsache sie wird nicht größer als sie sein soll 🙂

Es gibt sehr viele Alternativen zu Industriezucker und es schadet uns selbst auch nicht, wenn wir mit unseren Kindern unser Essverhalten mal überdenken und gemeinsam einen neuen Plan erstellen. Dinge ausprobieren und experimentieren.

Raus aus den Mustern gehen und sich selbst mal beobachten warum empfinden wir gerade jetzt so wie wir es tun? Was kann ich daran ändern? Tut mir das wirklich gut? oder bin ich in einem Muster und belohne mich gerade selbst, wie man mich immer belohnt hat.

Wir lernen mit unseren und an unseren Kindern, wenn wir zuhören und beobachten! Brauchen sie das wirklich? oder mach ich mir nur das Leben leichter? lerne ich ihnen sich selbst zu belohnen oder trenne ich Emotion vom Essen?

Fühlt es sich wie Verzicht an? oder tut es mir gut auf Industriezucker zu verzichten. Kann ich es selbst steuern oder steuert es mich?

Wie ist das bei dir? Was löst das Thema Naschen aus? Wie gehst du damit um?

 

Für den Zwischendurch Snack oder die Weihnachtsbäckerei oder einfach nur so.. habe ich ein Pralinenrezept für euch

Zutaten glutenfreie, vegane Trüffelpralinen ca. 30 Stück

  • 1 reife, weiche Avocado
  • Ca. 120 g biologische Bitterschokolade (sie sollte pur auch gut schmecken 🙂 )
  • 3-4 gestrichene EL Staubzucker/Reissirup oder auch Birkenzucker
  • 1-2 gestrichene EL Kakaopulver
  • 1 TL Vanillezucker oder eine Msp. Vanillepulver

Für die Deko

  • 2 EL gemahlene, geröstet Mandeln
  • 2 EL Kokosraspel
  • 1 EL Kakaopulver

 

Zubereitung

Die Avocado in der Hälfte einschneiden, Kern entfernen, aushöhlen und pürieren. Die Bitterschokolade über einem Wasserbad zum Schmelzen bringen und mit dem Avocado Püree vermischen. Staubzucker, Kakaopulver und Vanillezucker hinzufügen und alles gut vermischen.

Die Masse im Kühlschrank (ca. 4°) ca. 20 Minuten erkalten lassen. Mit den Händen kleine Kugeln formen und in Mandeln, Kokosraspel oder Kakaopulver wälzen und genießen!

Avocado wirkt nach der TCM (Traditionell Chinesischen Medizin) Schleimhaut schützend. Gerade im Winter ist das aufgrund der Kälte oder Heizwärme ein Thema. Rund um die Weihnachtszeit gibt es viele Versuchungen, da kommen solche abwechslungsreiche Naschereien gerade richtig.

Kein Genuss ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend.“

Johann Wolfgang von Goethe